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20.07.2012 | Risikobereitschaft, Finanzentscheidungen, Finanzberatung

Gastkommentar - von Marquardt & Kollegen Vom Irrglauben der Finanzindustrie

- oder  Warum die meisten Privatanleger kein Geld verdienen

 

Spricht man in diesen Tagen mit privaten Anlegern über Aktienanlagen stößt man auf reichlich Verzweiflung. „Das klappt doch eh alles nicht.“ „Ich lasse mein Geld einfach auf dem Tagesgeld“, „ich stecke mein gesamtes Geld in meine eigenen 4 Wände“ sind häufig getätigte Aussagen.

Worauf ist diese Verzweiflung zurück zu führen?

Ganz einfach: Die gesamte Finanzindustrie möchte uns glaubhaft machen sie könne die Zukunft vorhersehen. Chartanalytiker malen wilde Linien in Kursverläufe der Vergangenheit und behaupten aufgrund des rein optischen Bildes die zukünftigen Kursverläufe eines Wertes bestimmen zu können. Hochbezahlte Analysten durchleuchten Unternehmen bis ins kleinste Detail und veröffentlichen Prognosen für den zukünftigen Kursverlauf der jeweiligen Aktie. Die gesamte Finanzpresse ist voll von diesen Veröffentlichungen. Jeden Abend vor der Tagesschau erklären eloquente Damen und Herren den vergangenen Börsentag. Da es kaum jemanden gibt, der diese Methoden anzweifelt ist es kein Wunder, dass Privatanleger glauben was sie da Tag für Tag lesen und hören. Nur leider treten die Prognosen der Herrschaften in den seltensten Fällen ein. Wir bezeichnen die bunte Finanzpresse mittlerweile als „Finanzpornographie“ und denken, dass dies den wahren Wert der Veröffentlichungen unterstreicht. Jeder will sie lesen und sich daran ergötzen, Mehrwert wird aber nicht geliefert. Wer sich also auf derlei Prognosen verlässt, wird schnell die Lust an der Kapitalanlage verlieren.

Wir haben im Folgenden die beiden wichtigsten Irrglauben der Finanzindustrie klar gestellt:

Stock Picking
Unter Stock Picking versteht man den Versuch mit aufwendigen Analysen aus der Vielzahl der Aktien die Aktie herauszufiltern, die in naher Zukunft den besten Kurszuwachs erfahren wird. Der Kurs einer Aktie ist aber nicht unbedingt abhängig vom Wert des Unternehmens, der tatsächlich analysiert werden kann. Vielmehr wird der Aktienkurs von der Phantasie getrieben, die Anleger in die Kursentwicklung stecken. Genauso wenig ist es möglich den besten Aktienmarkt des laufenden oder kommenden Jahres vorherzusehen. Natürlich gibt es immer wieder Prognosen, die voll zutreffen. Dies basiert aber nicht auf der Qualität der Prognose, sondern ist in der Regel reiner Zufall. Das Risiko, das in einem einzelnen oder wenigen Werte enthalten ist, steht in keinem Verhältnis zu dem zu erwartenden Ertrag. Man spricht vom sogenannten unsystematischen Risiko.

Market Timing
Unter Market Timing versteht man den Versuch den richtigen Kauf- und Verkaufszeitpunkt für eine Aktie zu bestimmen. Da die Zukunft unbekannt ist, ist aber auch das nicht möglich. Nun könnte man meinen, dass man mit dem Wissen veröffentlichter positiver oder negativer Nachrichten über ein Unternehmen den Kursverlauf absehen kann. Aufgrund der absoluten Markteffizienz im Zeitalter des Internets ist aber auch das nicht möglich. Markteffizienz bedeutet, dass sämtliche legal verfügbaren Informationen zu einem Unternehmen binnen Bruchteilen einer Sekunde bereits in den Kurs eingepreist sind. Bis ein Privatanleger also von dieser Information Kenntnis erlangt, ist der Zug schon längst abgefahren. Die Information ist schon längst im Kurs enthalten. Es ist unmöglich nachhaltig die richtigen Zeitpunkte für den Kauf und Verkauf einer Aktie verlässlich zu bestimmen. Market Timing Versuche führen i.d.R. dazu, dass Anleger teuer kaufen und billig verkaufen.

Für eine erfolgreiche Anlage müssen folgende Faktoren beachtet werden:
  • Klare Definition der Risikobereitschaft bzw. des Sicherheitsbedürfnisses.     Der von uns eingesetzte RiskProfiler von FinaMetrica  liefert hier wichtige Erkenntnisse.
  • Davon abhängig die richtige Justierung der Aktienquote und damit der Volatilität (Schwankungsbreite) im Depot (je höher der prozentuale Aktienanteil, desto höher die Volatilität)
  • Sehr breite Streuung über alle Märkte weltweit und in möglichst viele verschiedene einzelne Aktien (Diversifizierung), um das unsystematische Risiko auszuschalten. Das zurückbleibende systematische Risiko wird durch die entsprechend höhere Rendite entlohnt (sinnvolles Risiko!)
  • Immer investiert bleiben! Auch in fallenden Märkten sollte nicht versucht werden die (vorübergehenden) Verluste durch Verkäufe zu beschränken. Zahlreiche Studien belegen, dass Anleger, die verkauft haben erst viel zu spät wieder in den Markt einsteigen und auf diese Weise die besten Tage an den Börsen verpassen. Gerade diese Tage sind aber entscheidend für den nachhaltigen Erfolg!
  • Size und Value Effekte beachten! Studien belegen, dass Aktien kleiner Unternehmen i.d.R. höhere Renditen aufweisen als Aktien großer Unternehmen. Dies liegt im Wesentlichen an dem höheren Risiko kleinerer Unternehmen. Dieses höhere Risiko muss durch eine sehr breite Streuung in eine Vielzahl kleinerer Unternehmen ausgeglichen werden. Aktien niedrig bewerteter Unternehmen (in Deutschland v.a. am KGV = Kurs Gewinn Verhältnis festgemacht) erzielen i.d.R. höhere Renditen, als Aktien teurer Unternehmen. Auch hier liegt der Grund im höheren Risiko, das wieder durch breite Streuung in viele Value Werte ausgeglichen werden muss.

Orientiert sich ein Anleger streng an diesen wenigen Faktoren und vermeidet es sich von der Finanzpresse verunsichern zu lassen, wird er in aller Ruhe und Gelassenheit nachhaltig attraktive Renditen deutlich über Geldmarktniveau erzielen. Im Gegensatz zum oben angesprochenen Immobilieninvestment, das mit hohen Kaufnebenkosten verbunden ist, fallen bei einem Wertpapierdepot praktisch keine initialen Kosten an. Es gibt kaum eine Anlage, die flexibler und liquider ist als ein gut strukturiertes, breit aufgestelltes Wertpapierdepot.

Wir bedanken uns für diesen ausführlichen Gastkommentar bei MARQUARDT & KOLLEGEN - mehr finden Sie unter www.marquardt-kollegen.com .

 

Wir wollen auf unsere Seite auch immer wieder Kunden oder Kooperationspartnern die Möglichkeit geben, Ihre Erfahrungen und Gedanken vorzustellen. Gastkommentare spiegeln dabei nicht unbedingt die Meinung von FCM Finanz Coaching wider.

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