Kolumne

FCM-Blick auf den Finanzmarkt

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28.01.2016 | Finanzentscheidungen, Finanzberatung

Irritation – oder Verunsicherung?

Worauf baut gute Finanzberatung auf? Irritation oder Verunsicherung? Spontan würden Sie vielleicht sagen, auf keines von beiden: Gute Finanzberater vermitteln ihren Kunden Sicherheit!


Weit gefehlt. Sicherheit, die der Finanzberater vermitteln kann, bezieht sich auf soziale Sicherheit, Geborgenheit und Beziehung. Das ist aber nicht die Grundlage für eine gute Finanzentscheidung seines Kunden. Wiegt sich der Kunde in der Beziehung in Sicherheit, beschäftigt sich nicht mit seiner Entscheidung und überlässt dem Berater die Verantwortung, dann ist eine wichtige Voraussetzung für seine gute Entscheidung blockiert: eigenes Denken.


Das Gefühl von Sicherheit hält genauso vom Lernen (Denken) ab, wie Verunsicherung. Das Aufdecken von Missverständnissen und Irritation sind der bessere Ausgangspunkt für Lernen und damit für gute Finanzentscheidungen. Hier  ein Film dazu.


Warum ist das so? Unser Gehirn arbeitet nur, wenn es nötig ist. Anstrengung kostet Energie, die muss gut eingesetzt werden. Wenn wir uns sicher fühlen, gibt es keinen Anlass etwas zu überdenken. Wenn wir uns unsicher fühlen, versuchen wir zuerst wieder die sichere Gefühlsebene zu verbessern – fürs Lernen bleibt keine Zeit.
Lernen braucht einen „Zwischenzustand“: mittlere Motivation und Achtsamkeit, sich nicht in Sicherheit zuwiegen, keine Verunsicherung. Lernen beginnt aber immer mit einer Irritation. Jemand stellt meine Annahmen (über den Aktienmarkt, mein gewünschtes Ziel, die Struktur meines tatsächlichen Vermögens, etc…) in Frage. Er spiegelt mir die typischen Missverständnisse und Wahrnehmungsverzerrungen, die Anleger am Kapitalmarkt haben.

 

Er lädt mich zu einem bewussten Perspektivenwechsel ein:

  • Was wäre wenn…
  • Was, wenn Risiko und Sicherheit zusammengehören statt ein entweder oder darstellen?
  • Was, wenn meine Erwartungen nicht realistisch sind,…
  • Was, wenn ich im Alter weniger Geld brauche als ich denke,…
  • Was, wenn Altersvorsorge nicht mit Geld, sondern mit Beziehungsfähigkeit zu tun hat?


Ein guter Berater kann also beides: Irritation auslösen und jedem Kunden Mut machen, dass Lernen und bessere Entscheidungen möglich sind.

Aktuell

Webinar:

Risi­ko­pro­filing mit dem System von Fina­Me­trica

regel­mäßig 1-2mal im Monat

 

Seminar:

Expertenforum: "Risikoprofiling mit Anlegern"

am 21. Juni 2018

in Wies­baden

Mehr Wissen

Veröf­fent­li­chungen:

Unwis­sen­heit in Geld­dingen schafft Unsi­cher­heit

(In: BDP 8/11)

Frei mit und ohne Geld

(in: Der freie Beruf 2/2011)

 

Buch­tipp:

30 dreiste Lügen über Geld

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