Kolumne

FCM-Blick auf den Finanzmarkt

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21.09.2011 | Risikobereitschaft, Finanzentscheidungen, Finanzberatung

Beim Risiko begegnen sich Welten

Wenn zwei über Risiko sprechen, meinen sie selten das Gleiche. Warum eigentlich? Sie denken vielleicht jetzt, ist Risiko nicht … ja was denn nun? Schicksal oder Chance, kontrollierbar oder von Gott gegeben? Wer sich mit dem Risikobegriff beschäftigt, merkt: Diese Verwirrung kann man nicht so leicht auflösen. Einer, der es wissen muss - ein Controller - hat es getan: Andreas Jonen, Uni Kaiserslautern hat sich 2007 die Mühe gemacht und sage und schreibe über 300 Definitionen aus Büchern zusammengetragen und analysiert. Sein Fazit: Risiko kann man nicht definieren, man kann sich nur darauf verständigen.

 

Wann haben Sie zuletzt mit Ihren Kollegen, Mitarbeitern oder Kunden über den Risikobegriff gesprochen?

 

Wer Zeit sparen, gute Entscheidungen treffen und seinen Kunden nicht verlieren will, kommt um diesen Einsatz am Anfang nicht drumherum. Also beginnt eine Entscheidung am besten mit der Frage: Was genau ist Risiko für mich, für uns? Was genau ist Risiko für Sie?

 

Ein Vermögensverwalter, der seinem Kunden diese Frage nicht stellt und dessen Kunde die Definition mit dem griechischen Wortstamm von Risiko (rizq = von Gott geschaffen, Schicksal)  mitbringt, kommt schnell in die Rolle eines griechischen Gottes, der über das Schicksal seines Kunden bestimmt. Alle Verantwortung liegt bei ihm und der Kunde versteht gar nicht, weshalb das Portfolio ein Risiko haben muss. Er sucht Sicherheit und will die schützende Hand spüren: „Sie sind doch Profi, wofür bezahle ich Sie denn?“. Da hilft alles reden über den Markt und die Bewegungen nicht. Dieser Kunde nickt und sagt am Ende doch wieder: „Sie machen das schon, ich vertraue Ihnen.“

 

Wer hat nun Recht? Wer setzt die Definition?

 

Wenn beide auf Ihrer Definition beharren, ist die Enttäuschung vorprogrammiert. Der Vermögensverwalter, stolz auf jedes % an Performance, das er mit seinen Entscheidungen für den Kunden erreicht, wird schnell frustriert, wenn der Kunde jedes Mal wenn ein Verlust eintritt unzufrieden ist. Was ist passiert: Der Kunde legt in diesem Fall eine einseitige Definition von Risiko zugrunde: Risiko ist ein Schaden und damit zu vermeiden. Der Finanzprofi jedoch geht von einer zweiseitigen Definition aus. Seine Definition von Risiko übertragen auf das Geschäft lautet: Gewinne und Verluste gehören beim Vermögensaufbau, zumindest vorrübergehend, dazu.

 

Erst ein offenes, klärendes Gespräch auf der Metaebene, bei dem beide Definitionen gleichwertig behandelt und diskutiert werden, bringt die Partner dauerhaft erfolgreich zusammen.

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