Kolumne

FCM-Blick auf den Finanzmarkt

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26.09.2016 | Geld, Finanzentscheidungen

Unternehmensnachfolge - Reichtum beginnt im Kopf

Wer sein Unternehmen verkaufen will, zum Beispiel als Makler, der steht vor großen emotionalen Herausforderungen im Umgang mit Geld. Da ist zunächst mal die eigene Zahl im Kopf. Entspricht sie der Berechnung von Steuer- oder Unternehmensberater? Schon hier erlebt der Unternehmer die erste Herausforderung. Was sagen andere über den Wert seines Unternehmens? Das Gefühl der Freude oder der Wut und Hilfslosigkeit können die Folge einer Zahl sein. Was immer die eigene Berechnung oder die des Fachmanns ergibt, der entscheidende Moment kommt, wenn der Käufer seine Zahlen auf den Tisch legt. Liegen sie über oder unter den  Zahlen des Anbieters? Wie reagiert der Unternehmer als Verkäufer auf diese Eröffnung? Nennen wir es Poker, Schach oder Monopoly. Der Unternehmensverkauf ist immer auch ein Spiel mit Emotionen, mentalen Kräften und Resilienz. Wer sein Lebenswerk verkauft, braucht Mut und eine Strategie im Umgang mit den eigenen Emotionen.

 

Warum ist das so? Nüchtern betrachtet wird das Unternehmen oder der Bestand von zwei Parteien bewertet, man verhandelt und trifft sich in der „Mitte“. Was ist da so anders, wenn es das eigene Unternehmen, das selbst gebaute Haus oder auch „nur“ das viele Jahre gefahrene und gepflegte Motorrad ist?

 

Wir projizieren uns auf dieses Gut. Das Haus ist unsere Sicherheit, das Motorrad vielleicht die – im Alltag vermisste - Freiheit und das Unternehmen ist für manchen Unternehmer seine ganze Persönlichkeit, seine Werte, seine Unabhängigkeit, seine Identität. Ohne das Unternehmen bin ich da noch wer? Wer bin ich ohne mein Unternehmen? Das Unternehmen gibt dem Unternehmer Halt und Orientierung. So lange das Unternehmen zu ihm gehört, hat er Ansehen, vor seinen Freunden, seiner Familie, seiner Gemeinde. Das Unternehmen ist für ihn viel mehr wert als das Geld, das ein Käufer ihm zahlen wird. Ein guter Verkauf beginnt mit der Trennung von diesen Zusatzwerten noch bevor die Bewertungen beginnen. Dann ist der Besitzer frei und kann die Verhandlung klug führen.

 

Wenn das Unternehmen dann verkauft ist, bleibt Geld. Und die Herausforderung, mit diesem Geld ein gutes Leben zu führen. Ein Unternehmensverkauf bedeutet in der Regel: der Unternehmer wird zum Vermögensunternehmer und hat nun die Aufgabe 20, 30 oder 40 Jahre sein Geld so zu verwalten, dass es ihm und seiner Familie ein gutes Leben ermöglicht. Hat er das gelernt? Als Makler, so sollte man meinen, hätte er das nötige Wissen. Doch weit gefehlt. Gerade wenn er eine stattliche Summe erzielt. Denn selten hat der Unternehmer für sich persönlich so große Beträge verwaltet, wie es die neue Situation von ihm verlangt. Nun geht er (Anlage)risiken ein, die ihm bislang vielleicht fremd sind. Die Risiken, die er bisher eingehen musste, waren zum Beispiel das Risiko, dass ein Vertrag storniert wird. Darauf hat der Makler Einfluss. Er kann mit dem Kunden sprechen, Enttäuschungen aus dem Weg räumen oder Alternativen erarbeiten. Das Risiko, dass er jetzt eingehen wird, liegt nicht in seinem Einflußbereich. Er braucht neue Parameter, die auch ein Makler neu für sich erlernen muss. Wer diese Rolle als Finanzentscheider für sich bewusst neu entdeckt, der kann auch mit großen Summen gute Entscheidungen treffen.

 

Bei vielen Maklern wird – nicht zuletzt aufgrund der großen Konkurrenz am Markt - der Betrag kleiner als erhofft sein. Für ihn wird der Umgang mit Unsicherheit, Abhängigkeit und der Gedanke der Armut auftauchen. Oft sind diese Gedanken jedoch nicht neu. Viele Makler sind in einfachen Verhältnissen aufgewachsen. Haben schon einmal Arbeitslosigkeit erlebt. Seine mentalen Spiele mit Geld konnte der Makler bisher hinter seinem Unternehmersein verbergen. Nun bleiben nur das Geld und er.

 

Doch wo liegt die Lösung? Stellen Sie sich die Frage: Kann ich mich reich fühlen – mit und ohne Geld? Spüre ich meinen (Selbst)wert – auch ohne mein Unternehmen? Habe ich jemand, der mir was wert ist, und mit dem ich über meine Unsicherheit, meine neue Abhängigkeit reden kann? Reichtum beginnt im Kopf – Armut auch! Wer diese Fragen mit JA beantwortet, der fühlt sich vielleicht nicht sofort reich. Aber beschenkt – vom Leben. Ein Neuanfang ist gemacht.

Ihre Unternehmensnachfolge gelingt neuem Denken über Risiko und Geld

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