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19.05.2011 | Risikobereitschaft

3. Expertenforum „Risikoprofiling von Anlegern“

Wiesbaden, 19. Mai 2011 – Internationale Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft waren sich heute auf dem von FCM Finanz Coaching veranstalteten 3. Expertenforum „Risikoprofiling von Anlegern“ einig: Innovatives Risikoprofiling braucht eine wissenschaftlich fundierte Zusammenführung von finanzpsychologischen und finanzmathematischen Ansätzen. Nur auf dieser Grundlage können in der Praxis qualifizierte und seriöse Lösungen entwickelt werden.


Viele Finanzberater sind immer noch der Ansicht, ihre Erfahrung und ihr Fachwissen würden ausreichen, um die Risikobereitschaft des Kunden einstufen zu können. Eine fatale Fehleinschätzung, wie ein Leitpapier der mächtigsten europäischen Finanzaufsicht, der britischen FSA, im Januar 2011 bestätigte. Neun von elf gängigen Risikoprofilern sind hochgradig ungenügend. Schon allein herauszufinden, wie ein Kunde mit möglichen Verlusten umgehen wird, ist auf Basis eines einfachen Gespräches oder gar mit einem Portfolio-Picker kaum nachhaltig zu erfassen.


Paul Resnik von FinaMetrica, einer der weltweit bekanntesten Anbieter von wissenschaftlich fundiertem Risikoprofiling, unterstrich die Dringlichkeit objektive Konzepte zu erarbeiten: “FinaMetrica begrüßt die Initiative des Expertenforums, die Kritikpunkte der FSA erstmals auch für Deutschland aufzugreifen und mit Fachleuten aus Forschung und Praxis zu diskutieren. Es ist ein wichtiger Schritt, um Kriterien für Qualität der Beratung im Risikoprofiling zu entwickeln. Das Expertenforum gibt damit der Branche einen entscheidenden Denkanstoß zu einer Zeit, in der das Vertrauen in die Qualität und Seriosität der Finanzberatung mehr und mehr schwindet."


Als interdisziplinärer Think Tank gab das 3. Expertenforum "Risikoprofiling von Anlegern" heute wertvolle Anregungen für Unternehmensstrategien, innovative Beratungsprozesse und die tägliche Praxis des Risikoprofilings. Es diskutierten internationale Experten u.a. von Dimensional Fund Advisors Ltd., Wegelin & Co. Privatbankiers, Ypos Consulting GmbH, Uni Mannheim die Möglichkeiten das Risikoprofiling auf eine nachhaltige und seriöse Basis zu stellen.

Jürgen Herter von der Walser Privatbank blickte mit seinem Vortrag auf ein Jahr systematischer Umsetzung des Risikoprofilings zurück: „Eine gute Beratung bedeutet für uns: die richtigen Fragen stellen und den Kunden von Anfang an aktiv einzubeziehen. Ein transparentes Risikoprofiling ist die beste Ausgangsbasis für unsere Anlageberatung, die dem Kunden Sicherheit bieten will.“


Fazit der Veranstaltung: Vier Aspekte sind bei einem ganzheitlichen Risikoprofiling zu berücksichtigen:

  1. Erforderliches Risiko - das Risiko, dass der Kunde eingehen muss, um sein Ziel zu erreichen (eine finanzmathematische Berechnung)
  2. Risikokapazität oder auch Risikotragfähigkeit – das Risiko, das sich der Kunde leisten kann (ökonomisches Merkmal)
  3. Risikobereitschaft – das Risiko, das normalerweise vom Kunden gewählt wird, ein relativ stabiles Persönlichkeitsmerkmal (psychologisches Merkmal)
  4. Risikowahrnehmung – das Risiko, das der Kunden in seinem Portfolio oder im Markt sieht (psychologisches Merkmal).


Streitbar bleibt die Standardisierung der Beratungsprozesse. Hier trennen sich die Bedürfnisse der Finanzberater und der Finanzentscheider. Zwar kann ein Risikoprofil standardisiert über einen gut erprobten Fragenkatalog analysiert werden, den Übergang in die Portfolioauswahl müssen Berater und Kunde aber im Dialog individuell anpassen.


„Die Branche sucht nach Wegen aus der Vertrauenskrise: Die Risikobereitschaft von Anlegern ist ein zentraler Faktor bei jeder Finanzentscheidung. Transparentes Risikoprofiling erhöht die Beratungsqualität und stärkt so die vertrauensvolle Kundenbeziehungen nachhaltig“, so Monika Müller, Finanzpsychologin und Geschäftsführerin von FCM.

Auch 2012 wird das Expertenforum seine Arbeit fortsetzen. Anmeldeinformationen für die Veranstaltung am 9. Mai 2012 finden Sie ab Herbst auf der Webseite von FCM Finanz Coaching.

 

Pressekontakt und weitere Informationen:

Monika Müller

Geschäftsleitung

FCM Finanz Coaching

Gustav-Freytag-Str. 9

65189 Wiesbaden

Telefon 06 11/204 72 98

Telefax 06 11/204 72 99

E-Mail: monika.mueller(at)fcm-coaching.de

http://www.fcm-coaching.de

 

Über FCM Finanz Coaching:

FCM Finanz Coaching entwickelt maßgeschneiderte Coachingprozesse für Banken, Finanzdienstleister und Unternehmensbereiche, in denen Finanzentscheide fallen. Seit 1999 haben sich mehr als 1000 Unternehmen und Einzelpersonen bei ihrem nachhaltigen Wandel von FCM begleiten lassen. Zentrale Themen sind dabei die finanzielle Risikobereitschaft der Entscheider, Berater und Kunden sowie die Psychodynamik von Finanzentscheidungen, Einzelner, Teams oder ganzer Unternehmen.

 

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