Wachstumsquellen für das Swiss Banking – Impressionen Vision Bank #13

Anfang Februar kamen mehr als 150 Banker bei Vision Bank #13 in Zürich zusammen. Ihr Thema: „Wachstum von Morgen“.

Wachstumsquellen für das Swiss Banking – Impressionen Vision Bank #13

 

Exemplarisch ein paar Beobachtungen zu den Beiträgen von Iqbal Kahn (UBS), Patrick Odier (Lombard Odier) und Heinz Huber (Raiffeisen).

Die UBS will das Wachstum mit folgenden drei Wegen erreichen: 

Beim Navigieren der Märkte helfen
Die UBS will dem Kunden beim Navigieren der Märkte helfen. Das klingt gut. Das Publikum im Saal sitzt gebannt da und wirkt zustimmend. Keine nachdenklichen Gesichter, keine Diskussion. Doch diesen Satz könnte man auch hinterfragen: Kann man Märkte navigieren und damit Risiken aktiv umschiffen? Wachstum auf diesem Weg gelingt nur, wenn Kunden auch noch in zehn Jahren relativ teure Produkte kaufen, wenn ihnen jemand sagt, dass die Performance den Preis aufwiegt. Neue Player wie Vanguard und einige Ratingagenturen kommen da zu ganz anderen Einschätzungen. Und auch vermögende Kunden nehmen den Unterschied von Jahr zu Jahr stärker wahr. Im Saal kommt keinerlei Widerspruch auf. Der dynamische Vortrag verführt die Zuhörer, bei der Hoffnung und dem "weiter so" im Wealth Management zu bleiben.  

Vermögensübertragung klassisch meistern
In den nächsten Jahren werden auf der ganzen Welt größte Vermögen den Besitzer wechseln. Die Generation der Erben steht vor enormen Herausforderungen. Doch wie werden die Großbanken die Gewinner sein – und mit den Erben wachsen?

In seinem Vortrag schildert Khan seine Vision: Wir müssen nur „Den Sohn zum Erfolg führen“ – dann bleibt das Vermögen auch bei uns im Haus. Fast nebenbei entschuldigt sich der Redner. Sein Beispiel stamme aus einem der mehr als tausend Gesprächen, die er in den letzten Monaten mit Mitarbeitern und Kunden geführt habe. Und das Besagte wäre eben ein Gespräch mit einem Vater und seinem Sohn gewesen. Fast überflüssig zu erwähnen, dass auch in den weiteren Ausführungen des jungen Chefs der Vermögensverwaltung Frauen als Kundinnen erst mal keine Rolle spielten.

Hat er damit etwas übersehen? Vielleicht, denn der wichtigste Kunde der Zukunft ist über 75 Jahre alt und weiblich! In vielen Familien erben zuerst die Mütter - dann die Kinder! Und wer sich mit Beratern im Wealth Management unterhält, der erfährt  wie schwer es ist, die Witwe und Erbin zu binden. Frauen im hohen Alter haben ein ganz anderes Gespür für Märkte. Sie wollen sie nicht navigieren, sondern von ihnen getragen werden. So wie das ihr Ehemann ein Leben lang getan hat. Das Fingerspitzengefühl für Erbinnen geht im Alltag von Banken oft unter. Wer diese Kompetenz im eigenen Haus bewusst aufbaut, dem wächst auch das Vertrauen der Erben zu. 

Nachhaltigkeit „modular“
Nachhaltigkeit, wie klassische Produkte als „Beimischung“ anbieten? Ja, das ist Wachstum mit dem mainstream und kann funktionieren. Doch wenn das schon viel beschworene Sustainabilitygate eintritt, sind die Erträge einer klassischen Produktstrategie schnell dahin.

Innovativ und nachhaltig klang die Unternehmensstrategie von Patrick Odier, Senior Managing Partner von Lombard Odier: Nach innen schauen, dadurch die Mitarbeiter begeistern und die Kunden als Partner mit ins Boot nehmen. So erhielt die Bank die b lab Zertifizierung. Moral, so meint Patrick Odier, spiele dabei allerdings keine besondere Rolle. Warum diese Scheu, Moral und Geld zu verbinden? Eine Frage, die in Zukunft zu interessanten Impulsen führen könnte. 

Der Spannungsbogen war an diesem Nachmittag von den Veranstaltern gut gewählt. Von traditionell über disruptiv bis innovativ. Wirklich konträre oder herausfordernde Diskussionen wurden allerdings nicht geführt. Die eine oder andere tiefer gehende Frage hätte man stellen können: Die Raiffeisenbanken wollen wachsen, sagt CEO Heinz Huber auf dem Podium, indem sie das Anlagegeschäft mit Kunden ausbauen. Doch wie wollem Banken das genau machen? Sie haben dabei einen Paradigmenwechsel zu meistern, der Beratern und Kunden viel abverlangt. Die Risikokultur eines Unternehmens spiegelt sich in der Vermögensstruktur der Kunden wider. Ein kritischer Blick auf diese Frage hätte der Veranstaltung noch einen Tick mehr Lebendigkeit und Spannung gebracht. 

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