
Buchrezension von Aylin Kilic (2026, Psychologie-Studentin und Praktikant bei FCM)
Das Buch New Pay Journey – Ein Leitfaden, um Vergütung neu zu denken von Stefanie Hornung, Nadine Nobile und Sven Franke beschäftigt sich mit der Frage, wie Vergütungssysteme in Unternehmen moderner, fairer und transparenter gestaltet werden können.
Es richtet sich vor allem an Personen, die sich intensiver mit Arbeitsstrukturen und Vergütung beschäftigen, wie beispielsweise Führungskräfte oder HR-Verantwortliche. Es ist zwar auch für Einsteiger verständlich geschrieben, setzt jedoch ein Interesse an organisatorischen und wirtschaftlichen Themen voraus. Fortgeschrittenen bietet es vor allem neue Perspektiven und Impulse (es werden keine konkreten Handlungsschritte aufgezeigt!).
Besonders interessant ist der Einstieg über das Thema Geld als Tabu. Die Autoren zeigen, dass zwar ständig indirekt über Gehalt gesprochen wird, ein aktiver/ehrlicher Austausch jedoch oft ausbleibt. Dadurch werden Ungleichheiten seltener hinterfragt und als selbstverständlich wahrgenommen.
Im Zentrum des Buches steht das Konzept des „New Pay“, das eng mit der Entwicklung der modernen Arbeitswelt „New Work“ in Verbindung gebracht wird. Während sich Arbeitsformen zunehmend in Richtung Selbstorganisation, Zusammenarbeit und Flexibilität entwickeln, basieren viele Vergütungssysteme weiterhin auf bestehenden, traditionellen, hierarchischen und individualisierten Leistungsmodellen. Das Buch kritisiert diese Diskrepanz und zeigt auf, dass Vergütungssysteme nicht nur der Bezahlung dienen, sondern auch die Unternehmenskultur maßgeblich beeinflussen.
Zur Orientierung haben die Autoren sieben zentrale Dimensionen von „New Pay“ vorgestellt: Fairness, Flexibilität, Transparenz, Partizipation, Wir-Denken, Permanent Beta und Selbstverantwortung. Diese Dimensionen sollen Unternehmen dabei helfen, ein zur jeweiligen Organisation passendes Vergütungssystem zu entwickeln. Dabei wird betont, dass es keine allgemeingültige Lösung gibt, sondern dass jede Organisation ihren individuellen Weg finden muss.
Dieser Veränderungsprozess wird im Buch als „New Pay Journey“ beschrieben, als eine Art Reise, die Unternehmen durchlaufen müssen. Diese beginnt häufig mit Problemen wie intransparenten Gehaltsstrukturen oder der Unzufriedenheit von Mitarbeitenden und führt dann über verschiedene Phasen der Reflexion und Neugestaltung. Dabei wird deutlich, dass Veränderungen in diesem Bereich nicht nur organisatorische, sondern auch emotionale und soziale Herausforderungen mit sich bringen können.
Mein ganz persönlicher Blick:
Im Hinblick auf mein Praktikum bei FCM war das Buch deshalb interessant, weil es den Blick auf Geld und Vergütung in Organisationen erweitert. Es zeigt, dass das Gehalt nicht nur eine Frage der Bezahlung ist, sondern auch mit Fairness, Transparenz, Status und Unternehmenskultur zusammenhängt.
Hervorzuheben ist, dass das Buch dieses komplexe Thema relativ verständlich aufbereitet und dazu anregt, eigene Annahmen über Geld und Leistung zu hinterfragen. Ebenso interessant finde ich, dass es kein „richtiges“ Modell gibt, sondern verschiedene Perspektiven aufgezeigt werden. Für Personen, die konkrete Handlungsschritte benötigen, kann dieser Aspekt problematisch sein.
Insgesamt gibt das Buch einen guten und verständlichen Einblick in das Thema Vergütung. Es regt dazu an, über den eigenen Umgang mit Geld nachzudenken. Durch das Fehlen konkreter Handlungsschritte wird der Leser bzw. die Leserin dazu angeregt, sich selbst intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen. Das Buch ist optimal für Personen geeignet, die sich aktiv mit der modernen Arbeitswelt und Vergütung auseinandersetzen möchten.
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